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Die Familien-Aufstellung

nach Bert Hellinger

In meiner familien-therapeutischen Arbeit sehe ich immer wieder, dass es nicht nur individuelle ungelöste Konflikte gibt, sondern auch solche, die ein Mensch aus seiner Familie übernommen hat.

 Für wen ist eine Familien-Aufstellung sinnvoll?
 Was ist eine Verstrickung?

Der Psychotherapeut Bert Hellinger spricht vom "Familien-Gedächtnis", das über mehrere Generationen wirken kann. In der Systemischen Familien-Therapie gilt es herauszufinden, ob jemand mit Schicksalen früherer Familienmitglieder verstrickt ist; d.h. er oder sie fühlt sich unbewusst mit jemandem verbunden, übernimmt und lebt noch einmal dessen Schicksal.

Kommt es nicht zum Ausgleich, wird dies häufig auch von jemandem in der folgenden Generation übernommen. Dann sagt z. B. ein Kind innerlich zu seinem Vater: "Bevor du deinem toten Bruder folgst, gehe ich lieber und werde sehr krank."

 Was passiert in einer Familien-Aufstellung?

Die Familien-Aufstellung in einer Gruppe erleichtert es, bisher nicht gesehene Verstrickungen zu erkennen und aufzulösen. Dazu wählt der Klient aus dem Kreis Personen und bittet sie, stellvertretend für die einzelnen Familienmitglieder zu stehen: Vater, Mutter, Geschwister, Großeltern und jemanden für sich selbst. Diese stellt er im Raum so zueinander, wie es im Moment seinem Gefühl entspricht. So können sich z. B. Vater und Mutter gegenüberstehen, die Großmutter ganz nah hinter ihrer Tochter, während die Geschwister ganz abseits stehen und die Eltern kaum wahrnehmen.

Aufgrund dieses Bildes sehen erfahrene TherapeutInnen, in welcher Beziehung die einzelnen Personen zueinander stehen und die verschiedenen Dynamiken, die in diesem System wirken. Dann werden die StellvertreterInnen gefragt, wie sie sich körperlich und emotional fühlen. Ihre Aussagen sind meist sehr verblüffend. Denn ohne die Person zu kennen, für die sie stehen, können sie deren Gefühle sehr gut empfinden, häufig sogar deren körperliche Beschwerden wie Magendruck oder Kopfschmerzen.
Oft fühlen sich StellvertreterInnen an ihrem Platz sehr unwohl, weil sie intuitiv spüren, dass dies nicht der richtige für sie in der Familie ist.
Nachdem alle gesagt haben, wie sie sich an ihrem Platz fühlen, verändert der Therapeut ihre Position so, bis eine gute Lösung gefunden ist, in der sich jeder wohl fühlt. Häufig ist dies an der entspannten Körperhaltung oder an einem gewissen Leuchten in den Gesichtern zu sehen.

 Wann ist eine Familien-Aufstellung sinnvoll?

Durch die Praxis des Familienstellens werden die Hintergründe für bisher nicht erklärbare Gefühle der Angst, Schuld, Scham, Wut und Trauer deutlich. Automatisch ablaufende Programme werden vor diesem Hintergrund verständlich, Schuldzuweisungen und Verurteilungen lösen sich auf.
Die Teilnahme an einer solchen Gruppe ist einmal heilsam für die Erhellung, Klärung und Auflösung der Programme, die durch die Ursprungs- und Gegenwarts-Familie entstanden sind. Zum andern ist es auch wertvoll und klärend, einfach immer wieder als StellvertreterIn zu stehen und sich einzufühlen - oder auch nur Aufstellungen mitzuerleben. Viele kommen so mit ihren eigenen Gefühlen in Kontakt, die sie gar nicht kannten oder die sie lange kontrolliert hatten. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie (nicht nur) Männer lernen, sich zu öffnen und ihre Gefühle zu zeigen.
Was bei der Familien-Aufstellung geschieht, ist letztlich nicht mit Worten zu beschreiben. Die Dynamik und Energie sind nur live erlebbar. Denn es geht nicht (nur) um Einsichten und Verstehen. Vielmehr entsteht ein Energie-Feld, das eine emotionale Öffnung ermöglicht. So wird die seelische Schicht angesprochen, in der sich das unbewusst ablaufende Programm auflösen kann. Verstand und Gefühl wirken miteinander und können das anerkennen und achten, was geschehen ist. Um endlich frei zu werden für die Zukunft und das eigene Leben.

 Auch in der Einzelberatung in der Praxis möglich

Die Familien-Aufstellung führe ich auch in der Einzelberatung durch. Zum Beispiel für Menschen, die sich nicht gerne an einer Gruppe teilnehmen. Oder wenn jemand mit einer aktuellen Herausforderung nicht bis zur nächsten Aufstellung warten möchte.

Auf dem "Familien-Brett" in der Praxis werden einfach kleine Figuren gestellt. Aus dem Bild wird deutlich, wer welchen Platz hat und wie eine Lösung möglich wird.

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