Gehner-Seminare für bewusstes Leben

Heilende Gespräche mit dem "inneren Kind"

• Aufdecken und Auflösen von seelischen Wunden
• Der Begriff "inneres Kind"
• "Die Eltern in uns"
• Hartnäckige Überzeugungen aufdecken und abbauen
• Zwei "Kinder" in der Praxis
• Die "Geburt" des strahlenden ursprünglichen Kindes

Aufdecken und Auflösen von seelischen Wunden

nach oben Das Selbstbild eines Menschen wird zum größten Teil in der Kindheit geprägt. Die Botschaften und Ermahnungen von damals, die gelernten Programme, die erlittenen Kränkungen, Verletzungen und Ängste wirken weit über die Jugend hinaus – nicht selten ein Leben lang.

In Lebens- und Beziehungskrisen, in Übergängen zu neuen Lebensabschnitten und –aufgaben brechen häufig Wunden auf, deren Wurzeln bis in die Kindheit reichen und die nie richtig verheilt sind. Erwachsene fühlen sich wie damals als Kind. Sie haben unerklärliche Ängste, verlassen zu werden. Sie fühlen sich einsam, hilflos, ungenügend, nicht liebenswert und überflüssig.

Der Begriff "inneres Kind"

nach oben Im "inneren Kind" sind die prägenden Erfahrungen, Kränkungen, Schmerzen, Gefühle (Ängste, Trauer, Freude), Botschaften, Glaubensmuster, hartnäckige Überzeugungen aus der Kindheit gespeichert.

Meist wird die Bedeutung dieses Teiles des Unbewußten für die erwachsene Person nicht gesehen, weil dieser Lebensabschnitt als irgendwie abgeschlossen gilt – zumal wenn es offensichtlich keine besonders herausragenden Ereignisse, schwere körperliche Verletzungen oder einen sexuellen Mißbrauch gab. Doch in der Therapie oder psychologischen Begleitung zeigt sich immer wieder, wie prägend eine scheinbar ganz "normale" Kindheit für den Rest des Lebens ist.

Der meist verdeckte Teil des "inneren Kindes" ist strahlend, leuchtend, freudig, lebensfroh. So waren wir (fast) alle einmal ....
als kleine Babys. Der Sonnenschein der Familie, mit unserem fröhlichen Lachen die Erwachsenen ansteckend.

Dieses strahlenden Teil – der in jedem Menschen wohnt – wieder zum Leuchten zu bringen, ist das Ziel der Arbeit mit dem inneren Kind.

"Die Eltern in uns"
Die Auswirkungen von Botschaften und Ermahnungen

nach oben Eltern bedenken häufig in ihrer Erziehung nicht, daß ihre manchmal gedankenlos dahergesagten Äußerungen zumindest von den jüngeren Kindern für die Wahrheit gehalten werden. So können sich die oft gehörten lapidaren Sätze "Das kannst du doch nicht" oder "Aus dir wird nie was" so negativ auswirken, daß sich das Kind und später der Erwachsene wenig oder gar nichts zutraut oder immer wieder Mißerfolge erlebt. Hier wirkt dann das Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeihung. - Oder jemand verleugnet seine Gefühle und Empfindungen, weil er immer wieder ermahnt wurde "Sei doch nicht immer so empfindlich!".

Kinder sind häufig sehr intuitiv und nehmen Dinge wahr, die Erwachsene gar nicht mehr sehen oder sehen wollen. So kann der einfache Satz "Du spinnst!" das Kind von seinem intuitiven Gefühl abschneiden. Es wagt dann auch später nicht mehr, der "inneren Stimme" zu trauen, weil es Mutter und Vater mehr glaubte – und als Erwachsener immer noch glaubt! - als sich selbst.

"Darüber spricht man nicht" haben die häufig gehört, die kaum über ihre Probleme, Gefühle oder intimen Wünsche sprechen können.

Wieviel Beziehungsstreß, Verleugnung der eigenen Lust oder andere sexuelle Störungen entstehen durch die banale Botschaft frustrierter und verklemmter Mütter an ihre Töchter: "Männer wollen nur das Eine...." !

"Du bist schuld, daß ich ...." , "Dazu bist du zu dumm", "Sei nicht so egoistisch", "Eigenlob stinkt". Solche und ähnliche Sätze sind uns hinters Ohr ... und häufig ins Herz geschrieben. Sie bestimmen wie ein gut funktionierendes Computer-Programm unsere Handlungen und Beziehungen. Meist sind wir sogar viel strenger mit uns selber, als es Vater und Mutter waren!

Hartnäckige Überzeugungen aufdecken und abbauen

nach oben Durch Erlebnisse, Erfahrungen, verbale oder non-verbale Botschaften entstehen hartnäckige Überzeugungen, die oft viel Zeit zur Auflösung bedürfen. Besonders häufig und folgenreich sind:

"Ich bin ...." ungewollt und überflüssig   -   zu dumm und zu blöd

nicht liebenswert   -   nicht in Ordnung
minderwertig   -   voller Fehler
unwichtig   -   häßlich
schuld

Erlebt und fühlt jemand als Kind, nicht liebenswert und unwichtig zu sein, wird er dies meist auch als Erwachsener selber von sich denken. Es ist für ihn dann sehr erstaunlich und kaum zu glauben, wenn er jemandem begegnet, der ihn wirklich liebt. Die Wirkung der alten Überzeugung ist stärker als die neue Erfahrung.

pWelch weitreichende Folgen dies haben kann und wie die Arbeit in der Praxis aussieht, verdeutlicht ein Beispiel:

Zwei "Kinder" in der Praxis

nach oben Eigentlich kam Marion wegen der Neurodermitis ihrer 9 Monate alten Tochter Ilona (Namen geändert). Verschiedene naturheilkundliche Therapien hatten bisher nicht geholfen. Während des Gespräches wird Ilona immer unruhiger, will absolut nicht auf Mamas Schoß, stößt sie sogar mit beiden Händen weg. Solche Situationen kennt Marion und sagt, sie habe Angst, wegzugehen, "... weil die Leute dann sehen, wie ungern mein Kind zu mir kommt". "Nicht Ihre Tochter, Sie bedürfen der Behandlung." Nach diesem Satz setzt sich Ilona unter den Schreibtisch und ist während des folgenden Gespräches, in dem es nur um die Probleme ihrer Mutter geht, ganz ruhig.

Marion spricht über ihre extreme Unsicherheit. Sie fühle sich mit 37 zu alt für ein erstes Kind, und meint, es nicht genügend zu lieben. Sie spiele die Mutterrolle eher für die anderen Leute. "Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen, weil Ilona mich immer wieder ablehnt und sich viel lieber von ihrer Tante halten läßt als von mir. Ich habe das Gefühl, mich kann niemand lieben, so wie ich bin. Das war schon so, als ich Kind war. Ich kann auch nicht so liebevoll sein wie andere Mütter."

Zur nächsten Stunde kommt Marion alleine. In einer Rückführung in ihre Kindheit sieht sie sich als Zehnjährige mit anderen Kindern an der Schaukel im Garten spielen. Sie fühlt sich von ihnen ausgeschlossen und hat Angst, zu ihnen zu gehen. Dann sieht sie sich im Wohnzimmer bei den Eltern und Geschwistern und fühlt: Die mögen mich nicht.

Marion wird gebeten, sich einmal ganz in dieses Kind einzufühlen und sich vorzustellen, als Erwachsene mit im Zimmer zu sein. So kommt es zur ersten Begegnung mit ihrem "inneren" Kind. Beide sind zunächst etwas unsicher miteinander – aber bald fühlt sich Marion wie die ältere Schwester. Sie spricht mit der Kleinen - anfangs etwas unbeholfen, dann immer flüssiger und liebevoller. Nimmt sie (in ihrer Vorstellung) in den Arm, spielt mit ihr im Garten und zeigt ihr einfach, daß sie sie mag. So entsteht ein Gefühl der Nähe und Herzlichkeit, in dem auch "die Kleine" immer heiterer und lebendiger wird.

Nach dieser Reise in ihre Kindheit und dem liebe-vollen Miteinander mit ihrem inneren Kind ist Marion sehr entspannt, fühlt sich sehr leicht und voller Freude. Sie empfindet eine große Nähe zu ihrer "neuen Freundin" und ist beglückt, wie liebevoll sie mit ihr sein kann und wie sich dadurch die Schüchternheit und Verschlossenheit der Kleinen immer mehr auflösen. Sie läßt sich ganz von diesem Gefühl des heiteren Glücks und der liebevollen Nähe erfüllen und es in ihrer Vorstellung in alle Zellen fließen.

Als sie nach der leichten Trance wieder die Augen öffnet, ist sie sehr erstaunt über diese Wandlung. Noch größer aber ist ihr Erstaunen, als sie nach Hause kommt: Ihre Tochter kommt freudig auf sie zu und umarmt die Mama wie nie zuvor.

In weiteren Sitzungen kommen Bilder, in denen Marion noch einmal sieht und auch fühlt, wie sie als Kind Angst hatte, verlassen und zurückgewiesen zu werden. Sie lernt, ihr inneres Kind, das soviel Angst vorm Alleinsein hat, lieb zu haben – ja ihm die Liebe zu schenken, die es von den Eltern so nicht erfahren hat. Je tiefer ihr Mitgefühl mit der kleinen Marion wird, um so größer wird ihre Zuwendung – und ihre Gewißheit, zu wieviel bisher nicht geahnter liebevoller Nähe sie fähig ist.

Nach Abschluß der therapeutischen Begleitung bringt sie ihre Tochter noch einmal in die Praxis mit. Es ist berührend zu sehen, wie locker die beiden miteinander sind und wie Ilona sich an ihre Mutter anschmiegt. Sie verträgt wieder Milch und Joghurt. Das Ekzem war ganz abgeheilt und trat auch später nicht mehr auf.

Die "Geburt" des strahlenden ursprünglichen Kindes

nach oben Die heilenden Gespräche mit den verletzten und meist vergessenen Kindern im Inneren zu hören und mitzuerleben, erfüllt auch den Begleiter mit großer Freude. Denn er sieht immer wieder, wieviel bisher nicht gelebte Potentiale und Fähigkeiten in Menschen oft deshalb verborgen blieben, weil sie in der Jugend nicht gelebt und gefördert wurden. Immer wieder erlebt er die "Geburt" und Befreiung eines geliebten und ursprünglichen Kindes, das die erwachsene Person bisher nicht in sich spürte oder nur eine blasse Ahnung davon hatte.

Die Nöte, Ängste und Erlebnisse aus der Kindheit noch einmal sehen und fühlen führt zu einem tieferen Verständnis von Problemen und Verhalten des Erwachsenen. Die Hinwendung zum inneren Kind ist eine wertvolle Hilfe auf dem Weg zur Selbstannahme und Selbstliebe.

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